Über den Wolken: Madeiras höchste Gipfel

22. Oktober

In, unter und über den Wolken

Unbedingt wollte ich den Sonnenaufgang am Pico Areeiro sehen und wir quälen uns also um ca. 6.30 Uhr (meine ich zu erinnern) aus dem Bett, hoffend, dass wir gutes Wetter haben werden. Dürfen das "Notfrühstück" einnehmen, welches eigentlich für die Frühabreisenden gedacht ist.

So ca. 7.15 Uhr fahren wir los. Es ist ein endloses Gekurve bis nach Monte und immer weiter hinauf, immer noch im Dunkeln - bis sich endlich ein orange-farbener Streifen am Horizont abzeichnet. Und wir schaffen es: Nur wenige Minuten vor Sonnenaufgang kommen wir am Pico Areeiro (1818 m) an, nehmen die letzten Stufen hinauf bis zur Aussichtsplattform und genießen das Schauspiel. Dabei bemerken wir zunächst die Baustelle direkt vor uns gar nicht, so schön ist das Morgenlicht über der Wolkendecke, die die Sicht auf Madeira versperrt. Nur die Ilhas Desertas sind zu erkennen.

Es beginnt mit einem leuchtenden Streifen und geht dann ganz schnell, die Sonne ist da und hinter uns die Felsen sind in tiefrotes Licht getaucht. Die Wandergruppe macht sich auf den Weg zu Pico Ruivo, dem höchsten Berg Madeiras. Wir bleiben noch ein wenig stehen und machen uns dann ebenfalls auf den Weg dorthin - allerdings mit dem Auto, wozu man erst ganz hinab an die Nordküste und dann wieder hinauf auf über 1500 m fahren muss. Auf dem Weg sehen wir den Adlerfelsen (Penha da Águia) - heute von der anderen Seite - dahinter den markanten Lochfelsen an der Ponta de São Lourenço. Bei Santana geht es hinauf - mit einem Abstecher zu einem Miradouro knapp über den Wolken.

Beim Parkplatz stellen wir den Mietwagen ab und folgen dem durchgehend gepflasterten Weg hinauf auf dem Pico Ruivo (1868 m). Die zweieinhalbstündige Wanderung ist bei stahlblauem Himmel über der Wolkendecke ein Traum.

Anschließend fahren wir wieder hinab an die Nordküste und folgen stets der alten Küstenstraße, die teilweise recht abenteuerlich in zig Kurven und durch etliche Tunnel gen Westen führt. An manchen Miradouros ist man alleine, an anderen wird man bequatscht, Obst zu kaufen. Aber schön sind sie alle. Bei Sao Vicente biegen wir Richtung Südküste ab und nehmen den Weg über den Encumeada-Pass, was wir uns aber hätten sparen können, da man von dort oben keine Aussicht hat - alles liegt in Wolken.

Mit einem Abstecher zum Cabo Girão beschließen wir den Ausflug. Der senkrechte Blick 500 m nach unten ist natürlich schon beeindruckend, aber der Weg dorthin bzw. das Stehen am Abgrund ist aufgrund des Geländers und des breiten Weges kein wirkliches Abenteuer.

Abends essen wir in Caniço de Baixo in einem der 3 oder 4 Restaurants, die es dort gibt - Blick auf das Meer und auf einen Baustellenzaun inklusive. Sehen die ankommenden Flugzeuge wenden. Das Essen ist wieder sehr lecker.

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Ilhas Desertas im Sonnenaufgang

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Romantisch - Unromantisch

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Wandern bei Sonnenaufgang

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Erstes Licht auf Madeira

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Sonnenaufgang vom Pico Areeiro gesehen

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Frühes Licht

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Lochfelsen

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Adlerfelsen und Ponta de São Lourenço

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Wolkenspiel

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Pico Ruivo

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Blick vom Pico Ruivo 1868 m

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Blick vom Pico Ruivo 1868 m

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Weg zurück vom Pico Ruivo 1868 m

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Fingerhut auf 1700 m

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Nordküste Madeiras

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Restaurante

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Alte Küstenstraße

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Cabo Girão

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Cabo Girão
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