Ponta de São Lourenço, Porto da Cruz

21. Oktober

In Caniços engen Gassen

Es wird sehr spät hell, um 7 Uhr ist es noch stockdunkel. So können wir sogar bei Sonnenaufgang frühstücken, den ich aber nur als rötliches Leuchten an den Hauswänden wahrnehme.

Wollen erstmal zu einem Supermarkt, fahren also hinauf nach Caniço, wo wir uns mit dem Auto in engen Gassen wiederfinden.

Fahren ins Modelo-Parkhaus - hoffend, dass wir auch wieder rauskommen. Klappt aber alles: Einkauf, Bon stempeln, Ausfahrt.

Miradouro da Ponta de São Lourenço

Danach geht es an die Ostspitze, an die Ponta de São Lourenço. Fahren die Via Rapida Richtung Osten. Denke, es müsste doch mal ein Schild kommen, aber nix. Keinerlei Hinweis auf die Ponta de São Lourenço.

Erst als die Via Rapida nach einem Tunnel in einem Kreisel endet, ist sie ausgeschildert.

Vorbei an den Riesenzäunen des Freihafens kommen wir zu einem weiteren Kreisel und wählen erst mal das Sträßchen zum Miradouro.

Von dort hat man einen sagenhaften Blick auf die rötlichen Felsen der Ostspitze Madeiras sowie auf die Süd- und Nordküste der Insel.

Elektronische Tücken des Mietwagens

Wieder zurück zum Kreisel und dann zum Parkplatz, wo die Wanderung zur Ponta beginnt. Einige Autos und ein Bus stehen schon da, es ist inzwischen 11.30 Uhr.

Schon ein paar Schritte vom Auto weg, denke ich, ich überprüfe lieber nochmal, ob der Kofferaum wirklich zu ist.

Und prompt: nein. Nach mehrmaligem Auf und Zu der Zentralverriegelung wird klar, dass diese für den Kofferraum nicht mehr richtig funktioniert. Probieren eine Weile herum, es kommen zwei Schweizer und ein Madeirenser Busfahrer zuhilfe.

Schließlich stellen wir fest, dass man den Kofferraum auch ganz gewöhnlich mit dem Schlüssel abschließen kann. Auch gut, also das. Und endlich kann die Wanderung losgehen.

Wanderung zur Ponta de São Lourenço

Am Beginn des Weges steht ein typisches Schild mit gelb-roter Markierung, einem Wanderer und der Aufschrift "Cais do Sardinha".

Immer leicht bergab und bergauf, teils auch über Stufen, ging es gen Osten. Wo es eng oder steil wird, gibt es Geländer, aber der Weg ist sehr gut erkennbar und nirgends wirklich gefährlich, es sei denn man verhält sich so.

Wir passieren eine schmale Landbrücke, wo links und rechts unten das Meer liegt (Südküste) oder tost (Nordküste), und kommen schließlich in eine Art Talkessel, wo ein Haus von Palmen umgeben steht.

Von dort geht es noch einmal kurz aber sehr steil nach oben. Am schwierigsten ist hier das sehr lose und rutschige Geröll.

Oben angekommen genießen wir die herrliche Aussicht auf die beiden vorgelagerten Inseln (Ilhéu de Agustinho und Ilhéu de Fora/Ilhéu do Farol) und in entgegengesetzter Richtung auf weite Teile der Süd- und Nordküste Madeiras.

Abwärts ist das lose Gestein mit noch mehr Vorsicht zu genießen, aber wir kommen heil unten an.

Wir gehen nicht den gleichen Weg zurück, sondern die Runde um den Talkessel weiter in Richtung Cais do Sardinha. Dies ist eine kleine natürliche Bucht, zu der ein paar Treppen hinab führen.

Ein paar wenige Leute sind unten und baden, was wir uns natürlich auch nicht nehmen lassen. Das Wasser ist Ende Oktober noch herrlich warm.

Nach der Badepause treten wir den Rückweg an, der nach einem kurzen Stück wieder auf gleichem Wege zurück führt.

Dieser erste Ausflug und diese erste Wanderung waren noch viel schöner als erträumt: Bei herrlichem Wetter, blauem Himmel und angenehmer Wärme konnten wir sowohl herrliche Landschaft als auch ein Bad im Atlantik genießen.

Wellenwatching an der Nordküste in Porto da Cruz

Der Nachmittag ist noch jung, also beschließen wir, noch bis nach Porto da Cruz zu fahren, welches nicht weit entfernt an der Nordküste liegt.

Durch einige Tunnel gelangen wir dorthin und stellen den Wagen ab.

Nicht ahnend, was uns erwartet, folgen wir einem Sträßchen Richtung Küste. Schon nach wenigen hundert Metern sehen wir, wie hoch die Brandung hier hereinkommt. Spaziergänger bleiben nicht unbedingt trocken.

Den Adlerfelsen (Penha da Águia) im Rücken gehen wir um den kleinen Felsvorsprung herum bis der Hafen des Ortes in Sicht kommt.

Dort stehen einige Schaulustige, die beobachten, wie eine Welle nach der anderen die kleine Küstenstraße auf der gegenüberliegenden Seite des kleinen Hafens überspült. Wir können die Runde also nicht weiter gehen und kehren um, diesmal auf den Adlerfelsen zu.

Die Strandbar sieht nett aus, also gehen wir dorthin und trinken erstmal einen Kaffee.

Da es uns so gut gefällt, auch die Aussicht auf die tosenden Wellen bei beinaher Windstille und angenehmer Wärme, beschließen wir, auch gleich das Abendessen hier einzunehmen. Es gibt sehr leckeres Thunfischsteak und Salat.

Gut gestärkt fahren wir zurück an die Südküste und genießen einen herrlichen Abend.


© klee 
Miradouro da Ponta de São Lourenço

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Süd- und Nordküste an der Ponta de São Lourenço

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Madeira

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Ponta de São Lourenço

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Der letzte Anstieg

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Ilhas Desertas

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Vorgelagerte Inseln

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Madeira

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Cais do Sardinha

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Ilhéu do Farol

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Wilde Nordküste

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Porto da Cruz

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