Flug nach Funchal

20. Oktober

Ankunft auf Madeira

Mittags geht es los, da sitzen wir wie die Hühner auf der Stange und warten darauf, endlich in die Blechkiste gelassen zu werden.

Als es soweit ist, wird der Flugkapitän redefreudig und erzählt uns, dass der Tanklaster zunächst zum falschen Flugzeug gefahren war und man nun während des Boardens noch schnell zuende tanken müsse. Dies habe natürlich erhöhte Sicherheitsvorkehrungen zur Folge, sprich: Handys sofort aus - jetzt schon. Zwei Minuten später sehe ich neben mir einen Mann fröhlich telefonieren. An einem schlechten Gehör kann es also nicht liegen.

Nach dem Start bekommt der Kapitän den nächsten Laberflash und erzählt uns zu den üblichen Angaben bzgl. Höhe, Geschwindigkeit etc. auch noch, wieviel TONNEN Kerosin wir alleine beim Start verbraten haben. Gut so, aber da ja eh keiner zuhört, wird auch keiner außer mir ein schlechtes Gewissen haben.

Immer mal wieder hoppeln wir über Schlaglöcher, der Kapitän informiert uns nach einer Weile, dass wir starken Gegenwind haben und er daher langsamer fliege, damit es für uns nicht so unangenehm werde. Bitte! Fliegen Sie schneller! Wir wollen auch ankommen ...

Die Ankunft ist aber dann doch nur um ein paar Minuten verspätet. Bei herrlichem Wetter und guter Sicht auf die Ilhas Desertas, fliegen wir über die Ponta de São Lourenço den Flughafen an.

Aussteigen, selber gehen die paar Meter, Koffer holen, Auto übernehmen. Die Dame von der Vermietung hat ebenfalls Redefluss, aber ich kann mir alle ihre Anweisungen merken. Es kann losgehen.

Da es noch hell ist, machen wir noch einen Mini-Ausflug zur Ponta de Garajau und der Christusstatue, von wo aus man einen sehr schönen Blick auf die Steilküste und das Meer hat.

Unsere Unterkunft ist nicht weit vom Flughafen in Caniço de Baixo. Hatte schon von den üblichen Hotelbausünden gehört und so ist es auch. Direkt am Meer stehen die Klötze und Klenks Cafe wird von einem riesigen Appartmentneubau erdrückt, dennoch ... - es geht. Ich fühle mich dort nicht unwohl, wie z.B. im Süden Teneriffas - das war grausam.

Die Uferpromenade wirkt sehr dunkel, fast ausgestorben. Nebensaison, ein paar Jogger sind unterwegs. Wir folgen dem Tipp im Reiseführer und gehen zu dem Fischerpavillon bei dem Mini-Meerwasserbecken. Auch hier sitzen nur ein paar Leute.

Der Wirt tut beleidigt, als ich ihn frage, ob der Fisch frisch sei (leider keine Selbstverständlichkeit bei den ganzen irren EU- und sonstigen Regelungen). Dafür bringt er uns gleich eine Flasche Rotwein von Madeira, da ist tatsächlich jemand, der regional denkt. Bin begeistert! Jedenfalls ist der Fisch sehr lecker, das Meer rauscht und der Rotwein schmeckt bestens.

Schlafen bei offener Balkontür ...

© klee 
Ilhéu do Farol, Ilhas Desertas

© klee 
Ponta de São Lourenço

© klee 
Ponta do Garajau

© klee 
Ponta do Garajau

© klee 
Caniço de Baixo
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