Faial - Alles rund um den Vulkan Capelinhos

10. November 2010

Faial - Rund um den Vulkan Capelinhos

Der Flughafen ist nicht weit, also gehe ich dorthin, um ein Taxi zu finden. Und freies WLAN gibt es dort sogar auch, sehr praktisch.

Schon nach kurzer Fahrt stehe ich am 2008 eingeweihten Centro de Interpretação do Vulcão dos Capelinhos. Helle Steinplatten und ein gepflasterter Weg heben sich von der sonst grauen Vulkanaschelandschaft ab und weisen den Weg zum alten Leuchtturm. Im futuristischen Foyer gibt es derzeit eine Ausstellung zu vorzeitlicher Geschichte und Geologie: Fossilien, Steine und die Entstehung der Erde.

Der Eintritt ins das eigentliche Centro kostet 10 Euro. Inbegriffen sind Ausstellungen von Steinen (von Lavabomben bis zu Edelsteinen), ein 3D-Film über die Azoren in Bezug auf Vulkanismus, eine Ausstellung über die Leuchttürme der Azoren, ein Hologramm vom Vulkanausbruch vor 50 Jahren (wobei ich dabei Probleme hatte, vielleicht hätte ich das Hologramm nicht wie bei Star Trek erwarten dürfen), Informationen zu verschiedenen Arten von Vulkanausbrüchen und je einen Raum über die anderen Azoreninseln und Faial im Speziellen.


180 Blick vom Farol dos Capelinhos © klee

Ein weiteres Highlight ist die Möglichkeit, auf den alten Leuchtturm hinaufzusteigen. Ganz alleine stehe ich da oben und frage mich, ob er auch wirklich nicht einsturzgefährdet ist. Aber immerhin hat er dem Vulkanausbruch und den fast 60 Jahren danach standgehalten. Von oben sieht man unter anderem auch auf den Cabeço Verde, ebenfalls ein Vulkankrater, der aber ganz grün ist. Ein starker Kontrast zur Lavawüste direkt unter mir.

Über Capelo gehe ich auf diesen grünen Hügel, der gut 480 m hoch ist. Auch von dort ist der Kontrast von Grün zu Grau sehr gut zu erkennen. Auf offiziellem Wanderweg geht es durch den Lorbeerwald vorbei an der Furna Ruim und dem Caldeirão zurück zum Farol und zum alten Hafen, dem Porto Comprido. Insgesamt so ca. 11 km.

Dort sitze ich noch eine Weile, schaue auf das Meer und die Wellen, die sich vor der Küste - wohl aufgrund nicht sichtbarer Untiefen - aufbauen. Ein kleiner Vogel kommt ganz nah und knabbert an den nassen Steinen. Er scheint sich nicht an mir zu stören. Langsam sinkt die Sonne tiefer. Die beiden Fischerboote sind seit heut früh dort vor der Küste. Ich ändere öfter mal meinen Sitzplatz, immer wieder entstehen dadurch neue Eindrücke.

Der Taxifahrer steht natürlich - wie eigentlich immer auf den Azoren - viel zu früh da, hat es aber nicht eilig. Und dann geht er zum Wagen und holt ein zerfleddertes Fotoalbum mit alten Schwarz-Weiß-Fotos vom Vulkanausbruch heraus - alle aus den Jahren 1957/58 und chronologisch geordnet. Auf diesen Fotos erkennt man noch besser, wie sich die Landschaft dort nach und nach verändert hat, wie sich rund um zwei kleine Inselchen neues Land gebildet hat. Die eine Insel kann man sogar heute noch erkennen an dem hohen, länglichen Grotteneingang, der fast unverändert wirkt.

Dies war ein sehr interessanter Tag mit vielen Eindrücken, sowohl im Museum wie auch draußen in der Natur und auf den alten Fotos.

© klee
Sonnenaufgang neben dem Pico

© klee
Wege zum Leuchtturm

© klee
Die Kuppel im Leuchtturm

© klee
Vulcão dos Capelinhos

© klee
Azuleijo mit Vulkanausbruch

© klee
Haus zu verkaufen

© klee
Ein Teil der Vulkankette

© klee
Begegnung im alten Porto Comprido

© klee
Capelinhos in der Abendsonne
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