São Miguel

8. Januar 2010

São Miguel - ist ja egal, woher das Nass kommt.

Es regnet. Erstmal die bestellten Brötchen und ein paar Leckereien der Quinta Altamira abholen und gemütlich frühstücken. Dann rein ins Auto, vielleicht hört der Regen ja bald auf, auch wenn es nicht so aussieht. Leider haben wir uns nicht erkundigt, von woher der Wind kommt, sonst hätten wir uns vielleicht die andere Richtung ausgesucht. Aber wir wollen unbedingt mal nach Faial da Terra.

Dass am nächsten Tag in der Zeitung stehen wird, dass es gerade dort am heftigsten geregnet hat, kann ja keiner ahnen. Während es auf dem Weg dorthin nur regnet, kommen im Zufahrtstal nach Faial da Terra schon die braunen Sturzfluten den Berg herab und überschwemmen die Straße. Ein Bagger beseitigt einen kleinen Felsbrocken, der auf der Gegenfahrbahn gelandet ist.

Da wir nun schon fast unten sind, fahren wir auch bis ans Meer, steigen aber nicht aus, es hätte keinen Sinn. Also zurück, wieder durch das enge Tal, in dem sich die Regenwolken heute anscheinend versammelt haben und nach Povoação, wo es immer noch regnet und das Meer ganz aufgewühlt und braun ist.

Also bleibt noch Furnas. Nachdem wir uns auf der Herfahrt schon kurz am Furnassee umgeschaut hatten, drehen wir erst eine kleine Runde um die Caldeiras, da es dort eine aufwändige Weihnachtsdekoration zu bestaunen gibt. Der Weihnachtsmann ist immer noch mit seinen Rentieren unterwegs, von überall her pilgern Hirten und Könige zur Krippe zwischen Schwefeldämpfen und brodelnden Quellen. Surreal?

Nun aber kommt, worauf wir uns schon die ganze Zeit gefreut hatten: Wir gehen baden im großen Thermalpool mit seinen 38C - auch bei Regen - ist ja egal, woher das Nass kommt. Zunächst sind wir ganz allein, doch schon bald kommen noch zwei Besucher. Wen wundert es: Deutsche - die noch dazu einen Fahrradurlaub auf São Miguel verbringen. Geht also alles - sogar im sog. "Winter".

Wir bleiben so lange im Wasser bis uns Schwimmhäute wachsen, so angenehm und schön ist es. Danach kalt abduschen, einpacken und durch den wunderschönen Park zurück in den Ort für einen Caf.

Auf dem Rückweg über Vila Franca do Campo gehen wir noch auf einen Kurzbesuch bei der Casa Joana vorbei. Leider wird es schon dunkel, aber man kann dennoch die traumhafte Lage und den wunderschönen Garten erkennen.

Schließlich bleibt uns noch ein letztes Abendessen im Restaurante Atlantico - unten am Hafen von Vila Franca. Es hat irgendwann aufgehört zu regnen - zum ersten Mal fahren wir im Dunkeln die Küstenstraße bis Água de Pau. Auf dem letzten Stück Weg bis Caloura sehen wir mal wieder eine Steinmauer, die dem Regen nicht standgehalten hat und auf die Straße gebröckelt ist.

Zurück in der Quinta schnappen wir uns Weinflasche sowie Taschenlampe und gehen zur Steilküste. Dort an der Mauer gibt es Bänke, auf denen man den Meerblick genießen kann. Die Lichter von Vila Franca do Campo sind zu sehen, und schemenhaft das vorgelagerte Inselchen Ilhéu da Vila.

Rotwein trinken, Meersalz atmen, Wind spüren. Besser geht es nicht.

© klee
Steinschlag (Faial da Terra)

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Sturzfluten (Faial da Terra)

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Palme in Povoação

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Weihnachtsmann in Furnas

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Caldeiras in Furnas

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Weihnachtskrippe in Furnas

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Märchenschloss und Mühle

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Thermalpool 38C

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Kamelienblüte

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Thermalmassage

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São Miguel Ananas

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Von Caloura nach Vila Franca
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