Pico -> São Miguel

7. Januar 2010

Madalena im Regen und Flug nach São Miguel

Wir packen unsere sieben Sachen, verabschieden uns so langsam von unserem Ferienhäuschen Casa Maria, von Steffi und Toni, von Ziege Resi, von den Hunden und den Hühnern.

Es ist das passende Abreisewetter: trüb, regnerisch, stimmungsvoll. Noch einmal fahren wir die Nordküste entlang, bis zum Flughafen. Sind sehr früh dran, haben aber Glück. Wir fragen nach und tatsächlich öffnet man für uns extra einen Schalter, damit wir unser Gepäck loswerden können. Das ist es, was ich an den Azoren so mag.

Somit bleiben uns knapp zwei Stunden Zeit, in denen wir noch einen Abstecher nach Madalena machen wollen. Es nieselt weiterhin, eine Wolkenwand klebt am Gipfel des Pico, der ansonsten aber erkennbar ist.

Nach einer kleinen Runde durch den Ort kehren wir zum Flughafen zurück. Gehen durch die Sicherheitskontrolle - ernst bleiben. Sobald wir durch sind und uns etwas zu auffällig für das architektonisch interessante Gebilde des gläsernen Cafés interessieren, vergessen die beiden Sicherheitsleute einen Moment lang ihre ernsten Gesichter. Ich schätze im Winter ist es manchmal verdammt langweilig.

Es kommt mal wieder eine Durchsage, dass der Flug etwas verspätet ist. Wir beobachten den Windsack um erraten zu können, woher der Flieger kommen wird. Aber es dauert noch eine ganze Weile und wir hoffen, dass das vor Sonnenuntergang noch was wird, sonst sitzen wir fest.

Von einer Minute auf die andere ist der Windsack gedreht und dann dauert es keine 5 Minuten mehr bis unser Flieger zu sehen ist. Er kommt immer näher, über den Hügel und schließlich landet er auf der regennassen Bahn vor Meereskulisse.

Leute steigen aus, Gepäck wird entladen und schließlich dürfen wir boarden. Wir starten in Richtung Westen, drehen aber gleich nach Osten ab, steigen immer höher und fliegen einmal quer über die Insel Pico hinweg. Warum wir das tun, wird nicht ganz klar, denn Luftlinie ist das nicht. Zu sehen ist nicht viel, das Hochland ist leider von Wolken bedeckt.

Wir überfliegen São Jorge und kurz danach nehmen wir ein kleines Schlagloch mit. Nichts Dramatisches.

Nur 10 Minuten nachdem wir den letzten Zipfel von Pico gesehen haben, kommt Terceira in Sicht. Ja - schon wieder Terceira - unsere liebste Umsteigestation. Ganz geübt gehen wir unseren Weg durch den Flughafen, nehmen unsere Transferkarte und warten mal wieder. Der Rest ist verschwommen in der Erinnerung.

Irgendwann landen wir auf São Miguel. Es regent, also werden wir die 30 m bis zum Flughafengebäude mit dem Bus gefahren. Warten auf das Gepäck, übernehmen unseren Mietwagen. Der Name "Splash" lässt nichts Gutes hoffen und ich sollte Recht behalten. Aber dazu später mehr.

Fahren ebenfalls recht routiniert nach Caloura, obwohl die Autobahn um Ponta Delgada mich ja nun nach 3 Wochen fast schon überfordert. Fast. Kommen in der Quinta Altamira an. Wir parken im dunklen Hof, melden uns, werden herzlich begrüßt und bekommen unser Häuschen zugewiesen.

Folgen der Restaurant-Empfehlung unserer Vermieter. Im Paraiso do Milenio in Água de Pau wähle ich den Fisch-Eintopf (eigentlich Arroz do marisco, Meeresfrüchtereis). Lecker, tut gut, schmeckt gut.

Ein Besuch des kleinen Hafens von Caloura gehört dann einfach auch noch dazu. Die Bar hat sogar geöffnet, eine kräftige Brise lässt die Bäume im diffusen Licht schwanken. Alle Boote stehen außerhalb des Wassers aufgereiht. Morgen dann also der letzte Urlaubstag ...

© klee
Pico und der Flughafen

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Fischmarkt in Madalena

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Inselflieger

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Kurz nach dem Start

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Blick entlang der Nordküste Picos

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Pico unter Wolken

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Meeresfrüchtereis

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Caloura bei Nacht
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