Terceira

20. Dezember 2009

Schon für diesen einen Tag hat sich unser "Winter"-Urlaub voll gelohnt!

Der Sturm hat sich gelegt, die Morgensonne bringt die restlichen Regentropfen zum Glitzern und verwandelt den wilden Garten der Quinta da Dotty in einen Zauberwald. Es ist kurz vor Weihnachten - baumhohe Weihnachtssterne erinnern daran neben reifen Orangen und blühenden Strelizien. Wir treffen auf Hausherr Klaus, der uns jeden Winkel seines Gartens zeigt, inklusive des Jardim da Dotty, wo man an Sommersonntagen unter Zitronenbäumen seinen Café genießen kann.

Dottys Frühstück ist gleich das nächste Highlight dieses Morgens. Eigentlich wollten wir ja bald los, um den einen Tag auf Terceira voll zu nutzen, aber es ist so gemütlich und so lecker, dass wir uns erst einmal festquatschen und außerdem noch Dotty beim Backen der Weihnachtsplätzchen zusehen.

Gegen 11 Uhr raffen wir uns dann doch auf und fahren los, immer an der Westküste entlang. Das Wetter ist herrlich, blauer Himmel, ein wenig Wind, aber große Wellen, die von Norden oder Nordwesten heranrollen.

über São Mateus geht es zur Ponta Queimada. Man sieht, dass auch dort heftige Regenfälle heruntergekommen sein müssen. Ein einsamer Angler ist mit seinem Quad unten und wir genießen die Aussicht hinüber nach São Jorge. Auf dem Weg nach Biscoitos sehen wir vor der Küste - weit draußen auf dem Meer - unseren ersten Regenbogen. Ringsherum blauer Himmel. Graciosa kommt in Sicht.

Wie erwartet sind die Wellen in Biscoitos bombastisch. Unbeschreiblich, wie sie hier immer wieder an die Felsen schlagen. Die Luft ist reinste Gischt. Wieder ein Regenbogen draußen über dem Meer.

Leider, leider, leider ist das Strandcafé geschlossen, aber an zwei kleinen Ständen verkaufen Einheimische Mandarinen, Tangerinen und Süße Teigwaren. Es ist Sonntag und mit uns unterwegs sind ein paar Familien, die entweder in Lajes stationierte Amerikaner oder Verwandte von Einheimischen sein müssen. Nach dem Wellenshooting suchen wir also ein Café oben an der Hauptstraße auf, um noch zu unserem Galão zu kommen.

Nun verlassen wir die Küstenstraße, wir wollen keinen Katastrophentourismus betreiben und fahren lieber ins Hochland und weit um die zuvor überschwemmten Dörfer an der Nordküste herum. Die Fahrt durchs Hochland bietet einen schönen Ausblick nach dem anderen. Sogar jetzt blühen noch Hortensien, die Blüten sind im Vergleich zum Sommer ganz putzig und klein.

Wir überqueren die Via Rapida und fahren hinauf zur Serra do Cume. Bei meinem ca. vierten Anlauf, von dort oben die Aussicht zu genießen, klappt es endlich. Man sieht fast die gesamte Insel, einmal rundherum. überall die durch Steinmauern abgetrennten Weideflächen, das Muster noch verstärkt durch das Licht- und Schattenspiel von Sonne und Wolken. Draußen auf dem Meer wieder Regenschauer, wir aber im Trockenen. An der schönsten Stelle der Serra wurde eine Aussichtsplattform gebaut, die über den Hang hinaus hängt. Dort steht man also über dem Nichts und der Wind zieht wie in einem Windkanal hinauf. Man kann sich kaum halten.

Schließlich fahren wir nach Angra, wollen dort noch einen Rundgang machen, aber mit Einbruch der Dunkelheit fallen die Regenschauer, die bisher nur auf dem Meer unterwegs waren, nun doch noch über die Insel her. Stellen also erst einmal das Auto bei der Quinta ab und machen uns zu Fuß wieder auf nach Angra. Immer wieder gibt es Regenschauer, die aber nie länger als eine Minute dauern, da kann man sich kurz unterstellen.

In den meisten Straßen Angras hängt Weihnachtsbeleuchtung, von schneebedeckten Tannen träumt man hier. Wir gehen ins Casa do Peixe mit Blick auf Bucht und Hafen essen, lecker wie eh und je. Danach eine Runde durch Angra und wieder zurück in die Quinta. Verbringen dort noch einen wunderschönen Abend mit unseren Gastgebern, sogar gegrillte Sardinen gibt es und Kaminfeuer.

© klee
Ausblick vom Garten der
Quinta da Dotty

© klee
Such den Regenbogen!

© klee
Altares im Sturm

© klee
Wellenjagen in Biscoitos

© klee
Regenschauer-Watching von der Serra do Cume

© klee
Weihnachtliches Angra
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