Pico - Auf dem Leuchtturm am Ende der Insel

6. Januar 2010

Blauer Himmel, klare Sicht auf Pico

Unser letzter Tag auf Pico bricht an, morgen geht der Flug zur Hauptinsel. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel.

Nach ein wenig Herumschlendern im Garten, einer Fotosession mit Ziege Resi, die für mein "Superbock"-Bild herhalten muss, und der Besichtung des schnuckligen Apartments Boa Nova mit seiner wunderschönen Terrasse, fahren wir noch einmal zur Ponta da Ilha, der Ostspitze Picos. Dort möchten wir den Rest der Küstenwanderung machen, die wir am ersten Tag aus Zeitmangel abgebrochen hatten.

Wir starten diesmal am Leuchtturm und haben großes Glück, dass wir diesen besichtigen dürfen. Der Leuchtturmwärter erklärt uns allerlei Wissenswertes. Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell die anfängliche Zurückhaltung in offene Freundlichkeit umschlägt. Der Farol hat einen eckigen, keinen runden Turm mit modernen Prismen - nicht den klassischen, wie wir sie 2007 im Farol da Ponta da Barca auf Graciosa gesehen haben. Die Reichweite beträgt 24 Seemeilen. Vor Bau des Leuchtturms (1946) gab es dort keine Straße, als erstes wurde ein großes Regenwasserbecken angelegt, das man heute noch von oben sehen kann.

Um den Turm herum sieht man die typischen, durch Steinmauern getrennten Felder, manche noch genutzt, manche verwildert. Dahinter reihen sich die Hügel und Vulkankegel. Auf der anderen Seite gibt es geschätzte 270 Meerblick von Sao Jorge, manchmal Terceira im Norden bis in die Antarktis (nun ja, fast).

Nach diesem ganz speziellen Erlebnis gehen wir auf einem Mäuerchen in Richtung Meer, wo nach wenigen Metern links der Wanderweg PR3PIC an der Küste entlang beginnt. Dieser Teil des Weges ist von Mitte Mai bis Ende Juli gesperrt, weil dort viele Vögel brüten. Jetzt Anfang Januar aber herrscht dort herrliche Ruhe, man begegnet niemandem - sogar das Meer ist heute mal relativ ruhig.

Bei einem kleinen Steintischchen mit Steinbank und herrlicher Aussicht rasten wir und drehen dann um. Die Lavalandschaft ist einfach unvergleichlich und immer wieder anders.

Am Nachmittag fahren wir weiter bis Lajes do Pico und - was für ein Anblick - der Pico zeigt sich komplett wolkenfrei. Schon von der Küstenstraße aus ist dieser Anblick überwältigend. In Lajes besuchen wir noch das Walmuseum - im Gästebuch sind wir bei den ersten, die sich 2010 eintragen.

Im Museum gibt es unzählige Scrimshaw-Werke zu bestaunen: unglaublich filigrane, bis in winzige Details ausgearbeitete Zeichnungen auf Walzähnen und Walknochen. Sie zeugen von der Zeit, in der rund um die Azoren noch Walfang betrieben wurde - alles von diesen langen, schmalen Booten aus.

Der letzte Tag neigt sich dem Ende, die Sonne verschwindet hinter einer Wolkenwand und schenkt uns einen rosa angehauchten Himmel - kein leuchtendes Rot. Wir fahren zurück nach Piedade und genießen dort unseren letzten Abend.

© klee
Superbock

© klee
Blick vom Leuchtturm

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Spiegel im Farol

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Regenbecken und Weinfelder

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Küste - Ponta da Ilha

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Leuchtturm an der Ostspitze

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Steinmauern

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Picknickplatz mit Ausblick

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Lavaformationen

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Wolkenloser Pico

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Pico ganz nah

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Kunst in Lajes do Pico
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