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Monchique umtost,
40-50 m hoch + 1,5 km draußen

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Die Welle

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Kurze Sturmpause

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Ponta da Fajã

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Wanderweg am Abgrund

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Juchhu ein Regenbogen

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Maracuja

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Por do Sol - Sonnenuntergang
(am gleichnamigen Restaurant)

Wetterküche: Sonne, Niesel, Regenbogen

21. September

Wetterküche: Sonne, Niesel, Regenbogen

Der letzte Tag auf Flores. Die Nacht hat es heftig gestürmt und an den Fenstern gerüttelt, ein wenig Regen gab es auch. Wir frühstücken erstmal gemütlich und unterhalten uns ausgiebig mit den anderen Gästen, einem englischen Paar, dem wir prophezeihen, dass wir uns auf Graciosa sicher noch einmal begegnen würden, und einem Paar aus Bayern, das wir auf São Miguel noch einmal treffen könnten.

Da es immer wieder regnet und nieselt, beschließen wir, den Tag in Fajã Grande zu verbringen. Als das Wetter etwas besser erscheint, ziehen wir los, wieder in Richtung Meer. Kaum ein paar hundert Meter vom Haus entfernt kommt ein kräfiger Regenguss und ich ziehe die Regenklamotten an. Nach einiger Zeit wird ein Muster erkennbar: Es nieselt, es regnet kurz und heftig, dann kommt für ein paar Minuten die Sonne raus - und das im 20-Minuten-Takt. Die Wolken kommen immer wieder von Norden bzw. von Hochland und schütten sich aus.

Der Wind ist weiterhin heftig und das Meer tost. Es gibt riesige Wellen und die Gischt erreicht manchmal zwei Drittel der Höhe des Monchique, der so 40-50 m hoch ist. Wir lassen uns kräftig vom Wind durchpusten, aber die Regenklamotten halten gut dicht - ein herrlicher Tag - solches Wetter liebe ich (auch mal zwischendurch).

Wir kämpfen uns vor bis zur Strandbar, wo ein paar Leute hinter den Glasscheiben ausharren. Wir sehen Marianne (Casa do Rei - siehe gestern) an der kleinen Holzbude, wo Kunsthandwerk und Souvenirs verkauft werden - dies ist also auch eines ihrer Standbeine. Sie sagt, dass wir heute wohl einen Vorgeschmack auf den "Winter" bekommen, denn so oder schlimmer sind die Winter auf den Azoren - ewig heult der Sturm.

Bei geschlossenen Scheiben wird das Nichtrauchergesetz in der Strandbar nicht eingehalten, aber was will man machen, wenn man seinen täglichen Galão dennoch genießen möchte. Beschwert sich ja zum Glück keiner über den Kaffeegestank ...

Nach dieser Stärkung gehen wir wieder hinaus, beobachten die Wellen im Hafen und ich beschließe noch weiter bis nach Ponta zu gehen.

Bei ständigem Wechsel von Niesel, Regen und Sonne gehe ich bis Ponta, vorbei an der Kirche und vorbei an einem kleinen, sympathischen Esel (Video). Er macht Anstalten zu schreien, also packe ich die Kamera aus für ein Video. Kaum läuft die Aufnahme, fängt es an zu schütten, der Esel duckt seinen Kopf und die Ohren und schaut mich mit großen, fragenden Augen an.

Alles wird innerhalb von Sekunden nass. Bis ich die Kamera geschützt habe, bin ich selbst schon komplett nass, zumindest da, wo gerade kein Regenschutz war. Weiter gehe ich durch das ausgetrocknete Flußbett hinauf auf den Wanderweg, der von Ponta Delgada herüber kommt (PR1FLO). Er führt direkt an der Steilküste entlang.

Bis zur ersten Kurve gehe ich, von dort hat man einen wunderschönen Blick auf den Monchique und zurück auf die Fajã Grande. Innerhalb kürzester Zeit habe ich Sonne und Regen auf den Fotos, die unterschiedlichsten Stimmungen.

Ich gehe zurück, in der Hoffnung auf einen Regenbogen unten am Meer entlang. Tatsächlich kann man einen Hauch von Regenbogen über Ponta erkennen. Schön! Also erstmal zurück ins Argonauta.

Wir kramen ein wenig und gehen später wieder hinaus. Es ist einfach zu spannend bei diesem Wetter. Insgesamt ist es etwas sonniger und weniger regnerisch, aber im Prinzip wiederholt sich das Schauspiel weiterhin. Und - endlich - sehen wir einen wunderbaren Regenbogen, der sich vor der Steilwand zeigt. Danach regnet es kaum noch - zum Abend hin wird es noch richtig schön!

Wieder zurück im Argonauta beschließen wir, nach Fajãzinha in das Restaurante tipico "Por-do-Sol" zu gehen. Wir fragen unsere bayrischen Nachbarn, ob sie mitkommen möchten, und sie sind gleich zu begeistern. Ein Taxi zu bekommen ist allerdings nicht ganz so leicht, wir telefonieren erst alle lokalen Taxifahrer auf der Liste durch, die scheinen aber alle auf anderen Inseln zu weilen. Schließlich rufen wir den Fahrer vom gestrigen Abend aus Lajes an. Er erklärt uns, dass wir seine Anfahrt auch bezahlen müssen, was irgendwie auch klar ist, denn die Strecke bis Fajãzinha ist eigentlich lächerlich, nur nachts möchte ich weder über den Wanderweg noch über die Straße zurückwandern.

Wir kommen bei schönstem Abendlicht dort an und genießen erstmal alle den Anblick. Das Restaurant ist mit viel Liebe eingerichtet, innen wie außen - überall stehen interessante Objekte wie bepflanzte Gießkannen oder ein alter Pflug. Wir sitzen vor einem Fenster mit einer Bügeleisenkollektion aus dem letzten Jahrtausend.

Ich bin mutig und bestelle Seegrastörtchen. Die anderen bestellen Linguiça mit Yams, Caldeirão und Hühnchenspieß. Als das Essen kommt, beginnt der Sonnenuntergang - zwei von vier rennen raus zum Fotografieren. Ich gehe etwas später ebenfalls hinaus, es ist ein sehr schöner Sonnenuntergang und das Restaurant trägt den Namen "Por-do-Sol" nicht umsonst. Zum Nachtisch gibt es Puddingkuchen und für mich einen sehr leckeren, puddingähnlichen Nachtisch. Der Spanier von gestern ist inzwischen auch im Lokal, ebenso wie ein Einheimischer. Wir unterhalten uns so gut es geht - mit Händen und Füßen. Schließlich kommt unser Taxi wieder und bringt uns zurück. Die Bayern schlagen noch einen Absacker in der Snackbar gegenüber unseres Gästehauses vor. Also gut.

Zuerst trinken wir eine Art Likör, den sie schon am Vorabend probiert hatten. Dann fragen wir nach Aguardente und zögern etwas bei den 3 Flaschen, die uns gezeigt werden. Ziemlich schnell kommt die Frage, ob wir vom Selbstgebrannten was wollten. Er holt eine 1,5 L PET-Flasche von unter der Spüle hervor.

Das Zeug ist ganz schön heftig - und wir müssen noch packen. Irgendwie bekommen wir das auch noch hin und gehen dann schlafen.
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