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Der Weg in die Fajã de Lopo Vaz

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Steilwand

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Der Lavastrand

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Der Weg hinauf

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Lichtspiele

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Letzte Hortensien

Tropisch: Fajã de Lopo Vaz (PR4FLO)

20. September

Im tropischen Süden - Fajã de Lopo Vaz

Das Wetter ist nun tatsächlich anders, bewölkt und diesig. Wir bleiben erstmal in Fajã Grande und gehen hinunter zum Meer, denn dort waren wir diesmal noch gar nicht. Wir sehen den hässlichen, im Bau befindlichen Appartmentblock, der hoffentlich ein Einzelfall bleibt und sich später einigermaßen in die Landschaft einfügt. Die 2007 entstandene Zona balnear liegt verlassen da - heute mag keiner baden, obwohl es warm genug wäre. Als wir unten an der Strandbar sind, kommt für einen Moment die Sonne heraus. Wir trinken dois Galões und machen uns danach auf den Weg zurück ins Argonauta.

Um halb zwei fährt uns Luisa nach Lajes zum Einstieg in die Fajã de Lopo Vaz. Es nieselt ein klein wenig und ist wieder diesig. Auf dem Meer sieht man aber Sonnenflecken und Regenschleier gleichermaßen, so dass durchaus Hoffnung besteht. Wir machen uns also an den Abstieg.

Der Weg ist nur oberflächlich nass, aber es besteht kaum Rutschgefahr, nur an zwei kleinen Stellen ist es matschig. Wahrscheinlich ist dies wieder dem sehr trockenen Sommer zu verdanken. Es begegnet uns eine Familie, die ihre Ernte nach oben trägt. Sie gehen an diesem Tag den Weg sicher mehrfach und wir werden nachher schon bei einem einzigen Aufstieg japsen. Weit ist es ja nicht, nur eben steil.

Teils am Steilhang, teils über Treppen gehen wir hinab, hinter einer Kurve dann der erste Blick in die Fajã.

Kaum sind wir unten am Lavastrand zieht es auf und die Sonne kommt hinter den Wolken hervor. Wir verbringen einige Zeit am Strand, ich ziehe die Schuhe aus. Ein herrliches Gefühl, barfuß auf dem schwarzen Lavasand zu gehen. Ein Boot fährt vorbei und die beiden Insassen winken uns zu.

Es sind Kaltwasserduschen am Strand vorhanden. Füße waschen, wieder rein in die stinkigen Socken und Wanderstiefel - lecker. Ich gehe noch ein Stück durch die Fajã, vorbei an Gärten mit Bananen, Feigen und Araça. Sogar Kühe gibt es hier an diesem entlegenen Ort, der nur über einen schmalen Pfad erreichbar ist. Der offizielle Wanderweg sieht einen Rundweg durch die Fajã und zurück am Strand entlang vor. Wir hätten das zuerst machen sollen, bevor wir uns an den Strand setzen - zum Glück war ich schon vor 2 Jahren bis ganz hinten in der Fajã ... - so ist es nicht wirklich eine Unvollendete.

Den Aufstieg beginnen wir sehr langsam - einen Schritt nach dem anderen - und da es auch wieder leicht nieselt, ist es zum Glück nicht ganz so heiß. Naß werden wir trotzdem, denn die Luftfeuchtigkeit ist einfach sehr hoch. Vor zwei Jahren bin ich bei Sonne in der Mittagshitze dort hinauf, das war extrem viel anstrengender. Jedenfalls kommt man langsam besser voran und nach einer guten halben Stunde sind wir schon wieder oben.

Wir legen eine Pause am schön angelegten Picknickplatz neben dem Einstieg ein und gehen dann in Richtung Lajes. Dort wollen wir in das Restaurante Casa do Rei. Es wird von einer Schweizerin und ihrem belgischen Mann betrieben - sie leben schon sehr lange auf der Insel und haben die verschiedensten Standbeine. Das Restaurant ist relativ neu, aber definitv eine sehr schöne Abwechslung zur portugiesischen Küche. Im wunderschön eingerichteten Raum bekommen wir erst einmal einen Aperitiv und Brot mit verschiedenen Dips. Als Hauptspeise dann Hai mit Krabben-Whisky-Soße bzw. Tortellini. Als Nachspeise gibt es Café Liegeois (Lütticher Eiskaffe) - hmmmmm. Wir verbringen dort einen wunderschönen Abend.

Das Taxi kommt und beim Einsteigen überlege ich, wo ich den Fahrer schonmal gesehen habe. Wir reden ein bisschen und dann sagt er, dass er uns am ersten Tag vom Flughafen nach Fajã Grande gefahren hat. Natürlich! Ich saß echt auf der Leitung - wir haben in der Zwischenzeit so viel gesehen ...
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