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Monchique,
das westlichste Ende Europas

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Kajak vor Ponta da Fajã

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Corvo, Flores, Maria Vaz

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Grotte mit Wasserfall

© P. Bragaglia
Im Kajak unter dem Wasserfall

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Schaf am Wasserfall

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Fajã Grande und Steilwand

Kajaktour zum westlichsten Ende Europas

17. September

Kajaktour zum Monchique - dem westlichsten Punkt Europas

Der Morgen beginnt extrem gemütlich. Wir frühstücken, unterhalten uns mit den anderen Gästen und beschließen nun endgültig - nachdem das Wetter wirklich grandios zu sein scheint - eine Kajaktour mit Pierluigi zu machen. Da die Tour erst am Nachmittag stattfinden soll, gehen wir in den kleinen Laden nebenan einkaufen. Wasser, Kekse, Postkarten und Sonderbriefmarken. Es gibt welche zum 50-jährigen Jahrestag des Vulkanausbruchs auf Faial und welche vom Priolo. Allesamt sehr schön gemacht.

Wir gehen auch noch hinunter zum Hafen und genießen den üblichen Galão in der Strandbar. Anschließend sitzen wir auf der kleinen Veranda vor unserer "Suite". Die Chefin des kleinen Ladens nebenan wirft uns zwei Maracujas hoch, die sind sehr lecker.

So gegen halb zwei fahren wir mit Pierluigi zum Hafen, holen die Kajaks aus dem Schuppen, bekommen eine kurze Einführung und schon finden wir uns zu zweit in einer Nußschale auf dem Meer wieder. Es macht richtig Spaß und es besteht eigentlich keine Kippgefahr - es sind keine Wildwasserkajaks.

Es geht schnurgerade zum Monchique, dem kleinen vorgelagerten Fels, der ca. 1,5 km vor der Westküste liegt. Auf der Hälfte der Strecke machen wir eine kurze Pause, auch um einmal den neuen und ungewohnten Blick auf die Küste in Ruhe zu genießen. Nach und nach sieht man Corvo hinter Flores hervorkommen und je weiter wir paddeln desto mehr trennen sich die Inseln voneinander.

Am Monchique angekommen machen wir noch ein Päuschen, schenken der Tatsache Beachtung, dass wir zu den sehr wenigen Leuten gehören, die dieses Jahr am westlichsten Ende Europas waren, trinken ein Tässchen Tee, essen Kekse und freuen uns über das grandios gute Wetter. Der Fels selbst kann so gut wie nicht betreten werden. Es gibt keine Möglichkeit an Land zu kommen. Selbst Pierluigi war nur ein einziges Mal dort. Es gibt aber wohl alte Legenden, die sagen, dass früher oben auf dem Plateau Feste gefeiert wurden. Platz genug wäre wohl.

Wir umrunden also den Fels und fahren weiter Richtung Küste. Dort haben wir unzählige Grotten und Wasserfälle vor uns. Wir fahren in eine der Grotten hinein und dann durch den Wasserfall wieder hinaus.

Weiter geht es immer an der Küste entlang zurück in Richtung Fajã Grande. Wir fahren in eine weitere, noch kleinere Grotte hinein. Dort hebt uns eine Welle bis fast unter die Decke der Grotte. Sie rollt mächtig laut hinten an den Fels. Es scheint noch ziemlich weit hinein zu gehen, denn das Grollen nimmt fast kein Ende. Ein atemberaubendes Erlebnis!

Ein beeindruckender, mehrstufiger Wasserfall stürzt aus dem Hochland herunter. Auf der ersten Stufe oben steht ein Schaf. Wie das wohl dorthin kam?

Auf der Höhe von Ponta da Fajã sehen wir den steilen Wanderweg PR1FLO von unten, der direkt an der Steilküste entlang führt. Man kann eine Steinmauer erkennen, die vor Jahrhunderten angelegt wurde, um den Weg zu stützen. Wenn man den Weg geht, sieht man kaum mit welchem Aufwand er einst angelegt wurde, aber man sieht, wie verwegen er am Abgrund entlang führt.

Wir haben auch einen wunderbaren Blick auf den Teil der Steilküste, den wir gestern heruntergewandert sind, und auf die Terassenfelder von Fajã Grande. Nach gut 4 Stunden kehren wir zurück in den Hafen, verstauen die Kajaks und kehren in unser Zimmer zurück.

Es war eine echte Traumtour zum westlichsten Ende Europas, diesmal wirklich!

Innerhalb kürzester Zeit wird klar, dass mir noch nie so die Arme weh getan haben. Kaum sind sie von der Anstrengung befreit, fangen sie an zu schmerzen. Ist ja auch klar, wenn man sie sonst nie so stark belastet.

Abends geht es in die Strandbar. Es gibt leckere Gambas. Zwischendrin geht die Sonne mit viel Rot und Orange unter. Liegt es an der Creme oder am Rotwein, dass der Schmerz in den Armen bald nachlässt? Vermutlich an beidem.
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