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Die Augen des Hochlands:
Lagoa Negra und Lagoa Comprida

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Wanderweg

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Blick vom Morro Alto nach Corvo

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Hortensien und Monchique

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Fajã Grande

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Panorama von Fajãzinha über
Fajã Grande bis zum Monchique

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Abstieg durch die Kraterwand

Vom Hochland durch die Steilwand (PR3FLO)

16. September

Wanderung PR3FLO mit Abstecher zum Morro Alto

Der erste Morgen auf Flores - es ist schön, wieder hier zu sein. Das Hochland sieht frei aus, ich will unbedingt die Hochlandwanderung machen. Pierluigi fährt uns nach dem leckeren Frühstück hinauf zu den beiden Kraterseen Lagoa Negra und Lagoa Comprida, wo wir erstmal die Schönheit der Seen genießen.

Dann geht es los, an der Lagoa Comprida entlang. Es ist sehr angenehm, da ein paar Wolken da sind, aber auch die Sonne ab und zu. Wir gehen auf die Straße zu, die über das Hochland in den Norden der Insel führt. Sie wird gerade ausgebaut, daher Baulärm und einige Baumaschinen. Weiter geht es zum Lagoa Branca. Der Weg wird sehr matschig, fast schon wie ein Bachbett. Aber wir halten durch und werden mit tollen Ausblicken belohnt. Die Lagoa Branca liegt direkt vor dem Höhenzug des Morro Alto (919m) mit seinen Antennen auf dem Gipfel.

Wir besuchen auch den Vogelbeobachtungsposten, der die kommende Woche eingeweiht werden soll. Sehr schön gelegen bietet er Schutz und eine prima Sicht auf den See. Allerdings muss man viel Zeit mitbringen, um wirklich Vögel beobachten zu können.

Wir ziehen weiter bis zur roten Schotterpiste und folgen dieser dann weiter und weiter immer Richtung Morro Alto, dem höchsten Berg von Flores. Fast oben angekommen kann ich Corvo sehen. Es liegt heute unter einer Wolkendecke, die sich über beide Inseln erstreckt. Viele sagen, der Weg auf den Morro Alto lohne sich nicht, aber ich bin froh, oben gewesen zu sein und die Aussicht ist auch nicht so übel. Nur in die Kraterseen unten kann man nicht hineinsehen, dafür ist man noch nicht hoch genug.

Ich gehe wieder hinunter und wir setzen die Wanderung fort. Ab der Abzweigung von der roten Schotterpiste in Richtung Westen und Steilküste wird der Wanderweg immer schöner. Man hat das Gefühl, direkt auf das Meer zuzugehen. Rechts ein mehrstufiger Wasserfall, ganz unten der Monchique zu sehen. Und das Wissen, dass es vorne fast senkrecht hinunter geht.

Ganz langsam wird der Weg etwas steiler, manchmal über Treppenstufen, an Weiden entlang. Dann kommt die erste Stelle, an der man Sicht auf die Häuser von Fajã Grande hat. So ungefähr 500 Höhenmeter tiefer. Atemberaubend. Schön!

Dann geht es ein Stück an der Kante entlang, von dort sieht man Fajãzinha gut. Wir machen kurz vor dem Gatter eine kleine Pause, um die schlottrigen Beine etwas zu erholen. Dann geht es los. Das Stück, von dem wir nicht wussten, wie "gefährlich" oder rutschig es denn nun sein würde.

Es ist zwar ziemlich steil und es handelt sich um große Stufen, die in die Steilwand geschlagen wurden (Respekt vor denen, die das irgendwann in den vergangenen Jahrhunderten getan haben!). Aber es kommt uns nicht wirklich gefährlich vor, vor allem weil der Weg komplett trocken und es nirgends rutschig ist. Außerdem hat man nie wirklich freie Sicht auf einen Abgrund, sondern meist die nächste Serpentine unterhalb des Weges.

Und die Ausblicke immer noch sagenhaft schön. Die Sonne knallt nun gegen die Steilwand und uns wird richtig warm. Dann sind wir unten, wir haben es tatsächlich geschafft. Es geht noch ein Stück bis zur Straße und bis zum Hafen, wo wir uns erstmal unseren hochverdienten Galão und eine Kima gönnen. Heute waren es 14,3 km, 539 m Aufstieg und 1010 m Abstieg.

Danach gönnen wir uns gleich noch eine Dusche und probieren dann mal die Snackbar (Bar occidental) direkt ein paar Schritte weiter die Straße runter aus. Auch dort ist es schön und es gibt leckeres Essen (Hünchenspieß mit Reis und Pommes bzw. Linguiça mit Yams und Terras de Lava rot). Außerdem ist die Bedienung dort freundlicher. Wir lernen noch ein englisches Paar kennen, das auf Santa Maria lebt, sich aber nun auch für Flores interessiert. Wir unterhalten uns noch eine Weile.

Ein schöner Ausklang für den Tag, auf den ich so lange gewartet habe - jetzt weiss ich, wo man die Kraterwand runterkommt ;-)
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