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Sonnenaufgang vom Leuchtturm bei Carapacho aus gesehen

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Morgenlicht

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Esel

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Abgebrochene Steilküste auf dem Pfad nach Beira Mar

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Baia da Folga,
Blick Richtung Serra Branca

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Ilhéu de Baixo im Abendlicht,
davor die Quinta de Gabriele

Sonnenaufgang am Farol, Baia da Folga (PR3GRA)

27. September

Farol do Carapacho, PR3GRA in die Baia da Folga

6.40 Uhr kräht der Handyhahn. Ich werfe mich in die Klamotten, schnappe die Kamera und gehe vor die Tür. Eine schöne Mondsichel ist zu sehen, aber auch der ganze Mond ist erkennbar. Es dämmert schon ein wenig. Als ich das fotografieren will, merke ich, dass ich den Akku noch nicht in die Kamera getan habe. Au weia ...

Nun aber los, hinauf zum Leuchtturm von Carapacho. Hinter dem Waschhaus geht ein alter Pfad hinauf. Je weiter oben, desto verwachsener, aber immer noch gut begehbar. Dann muss ich ein Stück die Straße entlang. Ungefähr eine halbe Stunde später bin ich beim Leuchtturm. Es ist schon deutlich heller geworden, aber die Sonne ist noch nicht aufgegangen.

Es ist wunderbar ruhig, nur ein paar Vögel erheben sich aus der Steilwand und beschweren sich über meine Anwesenheit. Ich setze mich hin und warte. Eine ganze Weile scheint sich nichts zu tun. Dann plötzlich wird eine Stelle in den Wolken orangerot. Die Sonne geht auf. Direkt am Horizont sind zwar Wolken, aber die Morgenröte ist umso schöner. Ich bestaune ich das Schauspiel eine Weile. Nach und nach werden die Felsen und Berge von der Sonne angestrahlt, schließlich auch die Ebene um Carapacho, die unter mir liegt. Es ist Zeit, wieder zu gehen. Im Leuchtturm rührt sich immer noch nichts, dort scheinen Langschläfer zu wohnen.

Nach einem kurzen Abstecher zur Weide hinter dem Leuchtturm gehe ich den gleichen Weg zurück. Kurz duschen und schon gibt es wieder ein leckeres Frühstück. Wir lassen uns viel Zeit und brechen dann in die Baia da Folga auf.

Wir gehen zuerst ein Stück auf der Straße Richtung Luz. Kurz vor Luz steht ein Wegweiser, dem wir folgen. Auf einem alten Steinweg geht es zwischen größtenteils verfallenen und teils noch genutzten Weinfeldern entlang bis zur Küste und weiter bis zur Baia da Folga. Dort - wie könnte es anders sein - trinken wir im "Estrelas do Mar" unsere Galões. Es wird gerade frischer Fisch geliefert.

Seit einem Jahr wollte ich wissen, ob es denn nun einen Weg hinüber nach Beira Mar gibt. Also gehen wir in die Richtung. Es ist ein breiter Wiesenweg, der anfangs allerdings schon ziemlich steil ist. Ich gehe den Weg weiter. Ziemlich schnell komme ich an die Stelle, die abgebrochen und ins Meer gerutscht ist. Es ist so schade, denn dieser Weg war und ist immer noch traumhaft schön. Kurz vor der Abbruchstelle ist ein Durchlass in der Mauer. Ich klettere hinüber und folge dort der eindeutigen Spur bis zu einem Punkt, wo sich die Reste einer Steinmauer ein kurzes Stück den Hang hinab ergießen. Man könnte dort hinunter klettern und dann dem Wiesenweg weiter folgen. Da die Steine aber doch recht ungünstig verteilt sind und ich alleine bin, verzichte ich darauf, denn nun weiß ich, dass der Weg immer noch machbar ist. Von der anderen Seite kennen wir ihn ja schon.

Stattdessen folge ich einem noch nicht ganz zugewachsenen Pfad landeinwärts und lasse mich von einigen Brombeeren piesacken. Ich komme an einem alten Haus vorbei und bin alsbald auf einer Straße, die mich wieder hinab in die Folga führt. Ich steige hinauf zum Aussichtspunkt mit dem Leuchtfeuer. Dort oben kann man sich herrlich ausruhen und den Blick auf das Meer und - wenn man Glück hat - auf São Jorge genießen.

Nach einem Abstecher im kleinen Hafen setzen wir uns wieder auf die Terasse des Estralas do Mar und bestellen Fisch. Es gibt frischen Enchareu, der sehr gut schmeckt. So gestärkt treten wir den Rückweg an. Ein paar wenige Regentropfen treffen uns und im Landesinneren sieht man dunkle Wolken. An der Küste jedoch bleibt es bei ein paar Tropfen und bei wunderschönen Licht- und Schattenspielen.

Zurück in der Quinta gibt es zur Abwechslung etwas Computerzeit und einfach einen schönen entspannten Abend mit sagenhaftem Sonnenuntergang.
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